Baumpilze

Oftmals geben Baumpilze den Anlass zu einer eingehenden Untersuchung eines Baumes. Hier ist neben der Bestimmung des Baumpilzes Kenntnis über dessen Zersetzungspotential (Fäuletyp) an der jeweiligen Baumart erforderlich. Zur Findung heeigneter Pflegemaßnahmen gehört Erfahrung. Es müssen sowohl Standort- und Sicherheitserfordernisse im Umfeld betrachtet werden, als auch Perspektive des einzelnen Gehölzes oder aber der Gehölzgruppe- bzw. -Allee in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Die Vitalität, das Alter und die Perspektive geben vor welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Hallimasch

Der Hallimasch (Armillaria spp.) gehört zu den weit verbreiteten Holzzerstörenden Baumpilzen. Er kann nahezu jeden Laub- und Nadelbaum befallen, hauptsächlich innerhalb von Wald- und Parkbeständen. Die 1 jährigen Fruchtkörper treten von September bis November in Gruppen auf.  Man findet die Fruchtkörper am Stammfuß, aber auch innerhalb der Baumscheibe. Der Hallimasch kann das Kambium lebender Bäume schädigen und somit die Vitalität beeinträchtigen, aber auch Weißfäule im Holz verursachen. Häufig ist ein Hallimschbefall durch abgelöste Rinde und die darunter befindlichen Rhizomorphen zu erkennen, in frisch befallenen Bereichen sind die Rhizomorphen weiss, in älteren schwarz.

Riesenporling

Der Riesenporling (Meripilus giganteus) tritt häufig an Buche auf, aber auch bei Rosskastanie und Eiche. Der einjährige Fruchtkörper tritt zwischen Juni und November am Stammfuss, aber auch in größerer Entfernung zum Stamm, innerhalb der Baumscheibe auf. Junge Fruchtkörper sind zunächst Cremefarben, später verfärben sie sich braun bis dunkelbraun und werden matschig.

Besonderheit:

Im Bereich gepflegter, regelmäßig gemähter Grünanlagen werden die Pilzfruchtkörper häufig übermäht und sind dann nicht erkennbar.

Holzabbau:

Das Auftreten dieses Schwächeparasiten deutet auf zersetzte Wurzeln hin und weist somit auf eine Gefährdung der Standsicherheit hin! Er zersetzt die Wurzeln zunächst von Unten und bildet später eine intensive Weißfäule bis in den Stammfuß aus. Sofern bereits Vitalitätseinbußen in der Krone erkennbar werden ist von fortgeschrittener Wurzelzersetzung auszugehen!

Brandkrustenpilz (Ustulina deusta, oder Hypoxylon deustum)

tritt an vielen Laubbäumen auf. Insbesondere an Linde, Buche, Ahorn, Esche und Roßkastanie, selten an Nadelbäumen. Die Fruchtkörper sind mehrjährig am Stammfuß, zumeist flächig zwischen den Wurzelanläufen ausgeprägt. Die schwarzen, höckerig gewölbten, krustenartigen Stromata (Sammelfruchtkörper)brechen und zerbröseln zwiebackartig zwischen den Fingern. Junge Fruchtkörper (Mitte März - Anfang Juni) sind anfangs weißlich. Die unscheinbaren Fruchtkörper werden häufig übersehen!

Holzabbau

Brandkrustenpilz im zwischen den Stammfüssen, Fruchtkörper im Juni, zunächst hellgrau.

Der Pilz besiedelt Bäume hauptsächlich über Verletzungen an der Stammbasis (in Parks z.B. durch sehr nahes heranmähen an den Stammfuß!!) Offenbar besitzt der Brandkrustenpilz die Fähigkeit sich über Wurzelkontakte in benachbarte (gesunde) Bäume auszubreiten. Der Pilz verursacht zunächst eine intensive Weißfäule, später eine Moderfäule die sich rasch ausbreiten kann. Insbesondere bei Linde schreitet die Zersetzung sehr rasch voran. Zunächst wird hauptsächlich der Wurzelstock zersetzt. Dadurch ist eine zuverlässige Detektion über Restwandstärkeermittlungsverfahren problematisch. Befallene Buchen können bei regelmäßiger, fachkundiger Kontrolle noch einige Jahre verkehrssicher eingestuft werden. Der Wurzelstock einer umgebrochenen Linde bei Schloss Corvey ist komplett schwarz gefärbt. Der Baum ist ohne Wurzelverbindungen, auf dem Stammfuß, umgefallen. Wir halten Brandkrustenpilz für einen der gefährlichsten Baumpilze in Deutschland. Brandkrustenpilz gefährdet die Standsicherheit akut.

Ochsenzunge oder Leberpilz (Fistulina hepatica)

tritt in Mitteleuropa hauptsächlich an Eiche oder Esskastanie auf. Die Fruchtkörper werden vom Sommer bis in den Herbst gebildet, sie erscheinen einzeln oder in kleinen Gruppen am Stammfuß, zumeist zwischen den Wurzelanläufen. Die zungenförmigen Fruchtkörper besitzen einen sehr kurzen Stiel. Die Fruchtkörper werden 10 - 20 cm bereit. Abgestorbene Fruchtkörper färben sich dunkel. Die Ausbildung eines Fruchtkörpers erfolgt nicht unbedingt jedes Jahr.

Holzabbau

Der Pilz wächst als Schwächeparasit an älteren Bäumen. Der Pilz schädigt ausschließlich das Kernholz im unteren Stammbereich und im Wurzelstock. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Pilz in der Lage eine Moderfäule zu verursachen. Befallene Gehölze können i. d. R. noch viele Jahre verkehrssicher gehalten werden.

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)

tritt sowohl an Laub- als auch an Nadelbäumen auf. Häufig an Eiche, Robinie und Weide. (Wehrden 6/05) Die Fruchtkörper sind einjährig von Mai - Oktober, sie können am gesamten Stamm, als auch in der Krone auftreten. Die schwefelgelben Fruchtkörper treten i. d. R. dachziegelartig in Gruppen auf.

Holzabbau

Der Schwefelporling tritt über Wunden in den Stamm oder in stärkere Äste ein und verursacht eine intensive Braunfäule durch die die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigt wird. Bei Eiche und Robinie zersetzt der Pilz zunächst das Kernholz, erst im fortgeschrittenen Stadium auch das Splintholz.

Lackporling (Ganoderma lipsiense) Wulstiger Lackporling (Ganoderma adspersum)

treten beide hauptsächlich an einheimischen Laubbaumarten auf. (Ovenhausen 5/06) Die Fruchtkörper bilden mehrjährige, flache, halbkreisförmige Konsolen aus. Sie treten einzeln oder dachziegelartig in kleinen Gruppen auf. Die Fruchtkörper werden i. d. R. 10 - 40 cm breit. Brauner Staub am Stammfuß weist ebenfalls auf einen Befall hin.

Holzabbau

Der Lackporling verursacht im Stammfuß- und Wurzelbereich eine intensive Weißfäule. Durch den Holzabbau wird sowohl die Stand- als auch die Bruchsicherheit beeinträchtigt.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

tritt hauptsächlich an Buche und Birke auf, selten auch an Eiche, Ahorn, Erle und Hainbuche. (Reinhardswald 5/06)

Zunderschwamm offensichtlich am Stamm einer fast abgestorbenen Buche.

Die Fruchtkörper bilden mehrjährige, meist sogar vieljährige Konsolen, die entweder einzeln oder in kleinen Gruppen auftreten. Die Fruchtkörper werden zumeist 20 - 30 cm groß. Auffallend sind die konzentrischen Wülste auf der Oberseite. Die Fruchtkörper waren früher von wirtschaftlicher Bedeutung, da aus der Trama Zunder zum Anfachen von Feuer gewonnen wurde.

Holzabbau

Der Zunderschwamm ist ein Schwäche- und Wundparasit, der überwiegend in wald- und parkartigen Bereichen auftritt. Der Pilz verursacht eine intensive Weißfäule, die im fortgeschrittenen Stadium zu Ast- und Stammbrüchen führt.